Vollmächtiges Gebet

(1) -  Wie es beginnt

In den Evangelien gibt es Berichte über das Gebetsleben Jesu. Man findet sie alle im Lukasevangelium: wann Jesus betete, wie er betete und was sein Gebet bewirkte. Sein Gebetsleben begeisterte auch einen seiner Jünger, der ihn dann einmal bat: „Herr, lehre uns beten.“

 

Gebet ist niemals eine populäre Sache. Es beginnt meist mit wenigen Menschen, die im Gebet zu Gott durchbrechen, und was sie dabei loslösen, beeinflusst dann andere Menschen. Wenn man auf der Welt Menschen trifft, die wirksam in ihrem Dienst für Gott arbeiten, dann sind es Menschen, die gelernt haben zu beten. Es fängt meist mit einem Einzelnen an, der sagt: „Gott, ich möchte beten lernen.“ Dann wird dieser zu einem praktischen Beispiel für andere.

Unter den Jüngern Jesu  war einer, der ihn bat: „Herr, lehre uns beten.“ Aber er fügte noch hinzu: „ ... so wie Johannes seine Jünger lehrt.“ Jesus aber wollte seine Jünger nicht beten lehren, wie es Johannes tat, sondern wie er es zu tun pflegte. Wenn du diese Form des Gebets lernen möchtest, muss dich Gott meistens zuerst von Gebetshaltungen freimachen, die du dir zugelegt hast, um dich dann zu lehren, wie man wirklich betet.

In Matthäus 6,5 lehrt Jesus, wie wir beten sollen und beginnt mit drei Dingen, die wir nicht tun sollen: Betet nicht wie die Heuchler! Sei bleiben gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen, um zu beten. Jeder soll es sehen. Ich sage euch: Sie haben von Gott nichts zu erwarten.

Wir beten nicht, um Menschen zu beeindrucken, sondern sollen frei von jeder Heuchelei werden. Man kann sich selbst dabei ertappen, wenn man den Ruf eines Beters hat und seine Gebetszeit am Morgen verschläft. Kommt dann jemand ins Zimmer, nimmt man schnell eine Gebetshaltung ein,  um seinen Ruf zu wahren. Wenn man müde ist und am Morgen länger schläft, wird dich Gott nicht richten. Natürlich ist die beste Zeit für Gebet am Morgen. Man kann seinen Körper trainieren und das bringt uns zum nächsten Schritt, wo es in Matthäus 6,6 heißt: Wenn du beten willst, gehe in dein Zimmer, schließe die Tür hinter dir zu, und bete zu deinem Vater. Und dein Vater, der selbst deine geheimsten Gedanken kennt, wird dich erhören.

Zunächst wirst du lernen, alleine zu beten. Was du in deinem persönlichen Gebetsleben an Erfahrungen sammelst, wirst du später in das gemeinsame Gebet einbringen. Es ist wichtig, zuerst alleine zu beten. Werde Dinge los, die einem lebendigen Gespräch mit Gott nicht entsprechen. Ja, geh so weit und sei so ehrlich, dass du zu Gott sagst: „Herr, ich weiß nicht wie ich beten soll.“

Er weiß das und darum versuche nicht, andere Menschen mit Gebet zu beeindrucken.

(2) -  Unser Glaube bewegt Gott

Beim vollmächtigen Gebet sollen wir zunächst drei Dinge beachten, die zu vermeiden sind. Das erste ist, wir sollen nicht versuchen durch Gebet jemanden beeindrucken zu wollen (Matthäus 6,5).

Weiters sagte Jesus auch: Leiere deine Gebete nicht herunter wie Leute, die Gott nicht kennen. Sie meinen, Gott würde schon antworten, wenn sie nur viele Worte machen. Nein, euer Vater weiß genau, was ihr braucht. Matthäus 6,7.8

Man muss zwischen leerer Wiederholung und anhaltendem Gebet unterscheiden. In Lukas 11 werden wir ermutigt zu beten, aber auch vor dem Herunterleiern gewarnt. Beim Herunterleiern sagen wir Dinge, ohne darüber nachzudenken. Das kann auch für das Sprachengebet gelten, wenn wir es herunterleiern. Oft ist das Sprachengebet ein Ausdruck der Fürbitte und des Seufzens des Heiligen Geistes und Paulus erinnert uns in 1.Korinther 14,15: Wie sollen wir uns nun verhalten? Ich kann durch Gottes Geist in einer Sprache beten, die keiner versteht; aber ich will auch für alle verständlich beten. Ich will ein Loblied singen, wie es mir der Heilige Geist schenkt, aber ich will auch so singen, dass alle es verstehen. Er fährt dann fort: „In der Versammlung würde ich lieber 5 Worte verständlich beten als 10.000 Worte durch Gottes Geist in einer Sprache.“

Man kommt so leicht ins Leiern beim Beten. Andererseits ist das Beten durch Gottes Geist in einer Sprache ein Ausdruck deines Geistes und kann eine vollmächtige Art des Betens sein.

Jesus sagte, wir sollen nicht viele Worte beim Beten machen und diese herunterleiern, wie die Leute, die Gott nicht kennen. Die Buddhisten gehen so weit, dass sie Gebetsmühlen fürs Gebet verwenden. Manche Christen leiern das Vaterunser im Rekordtempo herunter, aber das ist nicht Beten. Wir werden Gott durch viele Worte und unser Herunterleiern nicht überzeugen. Gott wird durch unseren Glauben bewegt.

Ein Ehepaar aus England ging mit großem Glauben und ohne finanzielle Unterstützung anderer nach Indien, um dort das Evangelium zu verkündigen. Sie wollten kein Geld ausborgen, sondern ganz auf Gott vertrauen. Sie hatten gehört, dass man bei solch einem Lebensstil täglich Gott um alle Bedürfnisse bitten sollte. Eines Tages saß der Mann da und sah seiner Frau beim Bügeln zu. Sie bügelte das Hemd des kleinen Sohnes und sagte: „Der Kragen ist fast kaputt. Ich glaube, wir müssen ein neues Hemd kaufen.“  Der Mann antwortete: „Na, dann werden wir ihm ein neues Hemd kaufen“.  In diesem Augenblick sprach Gott zu ihm: „Welch ein Vater denkst du bin ich? Dein Sohn weiß nicht einmal, dass er ein neues Hemd braucht und dennoch kümmerst du dich darum. Und du kommst als mein Sohn ständig im Gebet vor mich und sagst: `Gott, versorge uns mit diesem, versorge uns mit jenem`. Höre auf, mich diesbezüglich ständig anzuflehen. Danke mir, dass ich es tue.“

Das veränderte das Leben dieses Mannes. Er betete nie mehr für seine täglichen Bedürfnisse sonder dankten Gott, dass dieser treu ist. Und Gott versorgte sie auch all die Jahre hindurch und tut es auch heute noch. Es ist eine gewaltige Bestätigung, dass man im Willen Gottes lebt und den Willen Gottes tut, wenn er die finanzielle Unterstützung schenkt.

Was Gott bestellt, bezahlt er auch und wenn er es nicht bestellt hat, dann sollte man nicht versuchen, es zu bekommen.

(3) -  Gebet aus der Beziehung zum Vater heraus

Nach dreieinhalb Jahren Lehre kannten die Jünger Jesu noch immer nicht den Vater und die Beziehung zu ihm. Als Jesu in  Lukas 11,2 sie beten lehrte und mit den Worten `Unser Vater ...` begann, zeigte er damit eine Beziehung zum Vater auf. Bis man nicht diese Beziehung hat, kann man kein wirklich wirksames Gebetsleben haben. In Johannes 16,24 sagt Jesus: „Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Ihr seid noch nie als Söhne mit allen Rechten der Sohnschaft zum Vater gekommen.“

Klopft ein Bettler an meiner Haustür und bittet um Essen, kann ich ihm etwas geben, falls mir danach ist, aber ich muss es nicht tun. Wenn mein Sohn sagt: „Papa, ich bin hungrig!“, dann sieht das völlig anders aus.

Viele Christen beten wie Bettler. Sie rufen laut und ernsthaft zu Gott, ringen im Gebet, aber sie haben nie erfahren, wer sie sind. Gott möchte nicht, dass wir wie Bettler zu ihm kommen. Wir können rechtmäßig als seine Söhne durch Gnade zu ihm kommen, wie Jesus rechtmäßig Gottes Sohn ist. Es gibt keinen Unterschied in der Sohnschaft, außer der Art wie man dazu gelangt. Wenn uns der Heilige Geist das im Herzen zeigt, werden wir aufwachen im Inneren und erkennen, wer wir in Christus sind.

Jesus lehrte seine Jünger dreieinhalb Jahre. Er wusste, dass sie das nicht erkannten, denn es konnte nur durch den Heiligen Geist in ihrem Geist offenbart werden. Über das Kommen dieser Zeit lesen wir in Johannes 16,25: Was ich euch sagen wollte, habe ich euch bis jetzt an Beispielen erklärt. Aber die Zeit kommt bald, in der das nicht mehr nötig sein wird. Dann werde ich euch ohne Bilder und Umschreibungen zeigen, wer der Vater ist.

Viele Christen haben eine Beziehung zu Gott, dienen ihm, aber haben das Gefühl des `nicht völlig Angenommenseins` von Gott.  Der Heilige Geist muss uns zeigen, wer wir in Christus sind, muss uns den Vater zeigen. Dann werden wir wissen, dass wir Söhne sind, dass Gott uns liebt und dass wir nicht irgend etwas anderes sein brauchen. Dann werden wir uns annehmen, wie wir sind. Man beginnt sich selbst zu lieben. Das gibt uns ein Fundament. In jeder christlichen Arbeit sind Beziehungen das Problem. Es ist schwer dem Wetteifer zu sterben. Wenn dein Wert in deinem Erfolg liegt, wirst du dich immer von den Erfolgreicheren bedroht fühlen. Wenn aber deine Sicherheit im Vater ist, dann kannst du all das loslassen.

Paulus sagt in Epheser 3,14-17: Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden benannt wird ...  Dann setzt er fort und bittet darum, dass wir eine Offenbarung der Liebe Gottes empfangen, die alle unsere Vorstellungen übersteigt ... er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen; dass der Christus durch den Glauben in eurem Herzen wohne und ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, .. Ich weiß, dass mich Gott liebt, denn mein Geist ruft: „Papa, Vater!“ Ich weiß, ich kann ihn um alles bitten. Ich weiß, ich kann zu ihm laufen, wenn ich Nöte habe. Das bringt uns weg vom `bemühten Beten`, wo man Dinge erledigt oder geschehen sehen will.

Jesus sagte in Johannes 16,26-27:  Von diesem Tag an werdet ihr in meinem Namen zu ihm beten. Und dann muss ich den Vater nicht mehr bitten, euer Gebet zu erhören. Denn der Vater liebt euch, weil ihr mich liebt und daran glaubt, dass ich von Gott gekommen bin.

(4) -  Den Freund (Gott) für einen Freund bitten

Auf der ersten Gebetsebene lernen wir wirksames, persönliches Gebet, indem wir eine Offenbarung des Vaters bekommen. Weiters brauchen wir ein Leben in Anbetung und eine grundlegende Begeisterung für das Königreich Gottes. Das ist in Lukas 11,2-3 ausgedrückt. Auf dieser Ebene lernen wir für unsere Bedürfnisse zu beten und das ist unbedingt nötig. Wir empfangen so von Gott, was wir zum Leben brauchen.

Auf der zweiten Gebetsebene kommen wir dann zu Lukas 11,5. Hier stellt Jesus die folgende Frage: Stellt euch vor, einer von euch hat einen Freund. Mitten in der Nacht geht er zu ihm, klopft an die Tür und bittet ihn: `Leihe mir doch bitte drei Brote. Ich habe unerwartet Besuch bekommen und nichts im Haus, was ich ihm anbieten könnte.`

Auf dieser Ebene betet man nicht für sich selbst, sondern begegnet den Nöten anderer. Das persönliche Gebetsleben ist zunächst die Grundlage, aber nun sagt man: „Ich bewege mich in den nächsten Bereich.“

Jesus stellt die Frage: „Wer von euch ist gewillt, das zu tun?“ Er fordert nicht alle auf. Ein persönliches Gebetsleben ist verpflichtend, denn er sagte niemals: „Falls ihr betet“, sondern „Wenn ihr betet.“

So fragt er: „Wenn du in der Schule des Gebets zur nächsten Ebene aufsteigen möchtest, dann musst du es nicht tun, aber es wird für dich ein großer Segen sein, wenn du es machst und es wird ein großer Segen für andere sein. Möchtest du das?“

Du selbst musst diese Frage beantworten. Du lernst deinen Freund  für die Nöte eines anderen Freundes zu bitten und merkst, dass du nicht imstande bist, den Nöten des Anderen zu begegnen. Man braucht diese Demut um zu wissen, dass es keine andere Antwort als Gott gibt. Jedenfalls liegt die Antwort nicht in dir. Leider kommen viele Christen niemals über die Stufe hinaus, wo sie für ihre eigenen Bedürfnisse zu Gott kommen. Aber nun kommst du vor Gott, um den Nöten anderer zu begegnen. Es beginnt oft bei praktischen Dingen, wie Finanzen, Heilung, Wohnung, kinderlosen Eltern, Menschen ohne Ehepartner. Dieses Gebetsleben macht richtig Freude.

Wen bittest du da? Wer ist dein Freund, den du bittest? Natürlich ist es Gott und die drei Brotlaibe sind der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Er ist das Brot, das vom Himmel kam Wofür kam er? Um der Welt Leben zu geben und nicht nur um die Christen zu segnen. Es kommt wirklich nicht darauf an, ob du für einen Gläubigen oder Christus Fernstehenden betest.

Die gute Sache bei dem Gebet auf dieser Ebene ist, dass man sichtbare Ergebnisse erzielt. Wenn Tanja ein Baby möchte, dann muss es auch zur Welt kommen. Wenn Peter eine Arbeit braucht, dann kannst du diese für ihn erbitten. Oder ein junges Paar sucht dringend eine Wohnung. Dieser Bereich ist eine aufregende Sache. Man lernt für den Freund in Not zu bitten und sagt: „Herr, ich kann nichts tun, ich kann ihm keine Arbeit finden, aber du kannst es. Ich kann kein Baby schenken, aber du kannst es.“

(5) -  Warum Gott die Antwort oft verzögert

Wenn man für andere bittet, dann zeigt sich, dass man nicht immer sofort Ergebnisse erreicht. Es gibt Verzögerungen und das sollte man im Gleichnis in Lukas 11,7 erkennen. Jesus zeigt Gott als einen Haushaltsvorstand, der bereits zu Bett gegangen ist und sich nicht um den Bittenden kümmert, ja er schreit sogar: „Störe mich nicht!“ Dieses Bild wird uns hier gezeigt.

Aber dennoch, wenn du nicht locker lässt, wird der Hausherr aufstehen und dir geben, um was du bittest. Das ist die erste Glaubensprüfung, wenn man betet und nichts geschieht. Gott hält seine Antwort willentlich zurück. Vielleicht widersteht der Böse, aber hier ist das nicht der Fall. Gott gibt einem einfach keine umgehende Antwort, denn er möchte in uns bestimmte Dinge gewirkt sehen und dazu brauchen wir Ausdauer.

Es gibt vier Gründe für die Verzögerung und warum wir Ausdauer brauchen, um eine Antwort in unseren Gebeten zu erhalten.

Erstens: Um unsere Motive zu reinigen.

Wir beginnen für etwas zu beten und Gott wird unsere Motive erforschen, warum wir dafür beten. Zum Beispiel: „Gott, errette meinen Gatten!“ Das ist ein gutes Gebet und Gott wird fragen: „Warum?“ „Weil ich ihn auf diese Weise nicht ausstehen kann.“ Gott wird dann sagen: „Das ist kein gutes Argument.“ So muss Gott unsere Motive reinigen. Sei dafür bereit.

Zweitens: Man kann nicht zu Glauben kommen, der Berge bewegt, wenn Gott nicht falsche Motive wegnimmt.

Es kann Konkurrenzdenken in uns sein, Sektirerei oder Rachsucht, die in biblische Sprache gehüllt ist.

Drittens: Oft muss unser Fokus präziser werden.

Wir rufen zu Gott: „Wirke in unserer Stadt. Segne Graz!“ Oder sonst irgendwas. Gott nimmt das und wirkt, dass aus unserem allgemeinen Gebet ein spezifisches Gebet wird. Er wird dir eine Strategie zeigen gemäß seinem Willen. Wenn du im Gebet dranbleibst, dann wird dein Seufzen und dein Rufen für die Stadt sehr spezifisch. Er wird dir sagen, worum du bitten sollst, damit er es für dich tun kann.

Viertens: Dein Glaube wird entwickelt.

Gott trainiert dich wie ein Trainer einen Leichtathleten trainiert, der Runde um Runde laufen muss und jedesmal ein wenig schneller. Mann entwickelt dabei Muskelkraft und wird ein immer besserer Läufer. Wir laufen den Glaubenslauf und indem Gott unsere geistlichen Muskeln entwickelt, entwickelt er unsere Fähigkeit zu glauben. Er wird unsere Fähigkeit zu glauben vergrößern, indem er unsere geistlichen Muskeln bis an die Grenzen belastet. Wenn du dann zu Gott sagst: „Aber dabei komme ich ins Schwitzen“, dann wir er erwidern, „Ich weiß was ich tue. Ich lasse dich schwitzen, damit dein Glaube zunimmt.“

(6)  Die neunfache Garantie

Wir hörten bereits über das wirkungsvolle, persönliche Gebetsleben und davon, wie man für jemanden in Not bittet  (für einen Freund den Freund bestürmt). Gott trainiert uns auch in unserer Ausdauer in einer freundlichen Atmosphäre, damit wir dann für den wirklichen Gebetskampf gerüstet sind, der noch kommt.

In Lukas 11,9-12 wird von der neunfachen Erfolgsgarantie gesprochen. Stell dir vor, du kaufst etwas und man gibt dir eine neunfache Garantie für das Produkt. Wenn dir Gott so eine Garantie  gibt, würdest du dich da nicht sicher fühlen? Im Griechischen steht das Zeitwort im folgenden Vers in der Dauerform, was bedeutet, dass etwas immer wieder geschieht.

Darum sage ich euch: Bittet Gott, (und bittet ihn immer wieder) und er wird euch geben. Sucht, (und sucht immer wieder) und ihr werdet finden. Klopft an, (und klopft immer wieder an) dann wird euch die Türe geöffnet. Hier haben wir die erste Dreifachgarantie.  Denn wer bittet, der wird bekommen. Wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet. Jetzt haben wir die sechsfache Garantie. Kommen wir zu Verse 11 und 12, dann besteht die Möglichkeit, obwohl eine Antwort garantiert wurde, dass man eine falsche Antwort bekommen könnte. Aber es gibt auch eine dreifache Garantie, dass man keine falsche Antwort erhält. Ist das nicht wunderbar? In Matthäus 7,9 wird uns gesagt, wenn wir um Brot bitten, dass uns Gott keinen Stein gibt. Ein Stein ist in der Schrift ein Symbol für Gesetz und Gesetzlichkeit. Auch das Gesetz Mose war auf Stein geschrieben und ein Stein ist nicht lebendig sondern kalt, eben ein Bild für Gesetzlichkeit. Suchst du Leben, wird dir Gott keine gesetzliche Antwort geben, sondern immer Leben zu dir bringen. Nur eine Person möchte dich unter das Gesetz bringen, der Teufel. Er versucht Gottes Leben in die kalte Gesetzlichkeit  zu verdrehen und das darfst du nicht zulassen. Kommt etwas von Gott, dann ist es immer Leben.

Vers 11:  Welcher Vater würde seinem Sohn denn eine Schlange geben, wenn der ihn um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er ein Ei haben möchte?  Das Bild einer Schlange und eines Skorpions sind in der Bibel Bilder für das Dämonische. Uns wird in Lukas 10,19 gesagt, dass wir Macht haben über alle Gewalt des Feindes und Macht über Schlangen und Skorpione und nichts wird uns schaden.

Wenn wir Gott suchen, so wird uns hier gesagt, wird er nicht zulassen, dass uns der Teufel etwas Falsches oder Verdrehtes gibt. Merke dir das, wenn du mit Menschen über die Gaben des Geistes sprichst. Stell dir dein eigenes Kind vor, wenn du Lukas 11,13 liest. Hier wird ein natürlicher Vater zum Vergleich herangezogen. Wenn mein kleiner Sohn ruft: „Papa, gib mir bitte ein Brot!“ und er öffnet dann seinen Mund weit, gebe ich ihm statt dessen einen Stein? Das würde ich nie tun, weil ich damit sein Vertrauen in mich zerstören würde. Uns wird hier gesagt, dass unser Vater uns keinen Stein statt des Brotes geben wird, also nicht zulässt, dass uns statt der wirklichen Gabe Gottes eine satanische Fälschung zukommt. Das ist die letzte dreifache Garantie: Die Antwort ist gut  und nicht mit  Dämonischem vermischt, denn Gott lässt das nicht zu. Du kannst entspannt sein.

(7)  Der Heilige Geist möchte die Wurzel der Not beseitigen

Lukas 11,13  Wenn schon ihr hartherzigen, sündigen Menschen euren Kindern Gutes gebt, dann wird doch der Vater im Himmel erst recht denen seinen Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.

Besinnt euch auf den Grund, warum uns der Heilige Geist gegeben wurde. Er wurde uns gegeben, damit die Welt überzeugt würde, dass Satan gerichtet ist (Johannes 16,11). Der Heilige Geist gibt uns Vollmacht, damit alles Satanische niedergerissen und zerstört wird. Das ist der wesentliche Zweck, warum uns der Heilige Geist gegeben wurde. Danke für das Sprachengebet und die Freiheit im Geist bezüglich Lobpreis und Anbetung, aber wir dürfen nicht vergessen, der wesentliche Zweck seines Kommens ist, die Werke des Bösen zu zerstören. Beginnt man damit, für die Nöte der Menschen im Gebet einzustehen, dann entdeckt man bald, das viele der Nöte dämonische Wurzeln haben. Auf eine Vielzahl der Fälle trifft dies zu. Weiß man nicht mit diesen Wurzeln umzugehen, kann man diesen Menschen auch nicht helfen.

Gleich nachdem Jesus über die Nöte der Menschen spricht, sagt er, dass man eigentlich den Heiligen Geist braucht, denn er ist die Person, die danach verlangt, alles Böse zu vernichten. Wenn man also beginnt, den Nöten der Menschen zu begegnen, dann entdeckt man, wie wenig man ihnen geben kann. Am Anfang meint man es zu schaffen, aber bald sagst du: „Lieber Gott, ich kann diesen Zustand nicht bereinigen, diese Ehesituation oder der tief depressiven Person helfen, oder der finanziellen Notsituation oder anderer materieller Not begegnen. Sehr oft wirst du entdecken, das die Wurzel des Problems dämonischer Natur ist. Man muss lernen, mit dem Heiligen Geist zusammenzuarbeiten, oder besser ausgedrückt, sich dem Heiligen Geist zur Verfügung zu stellen, denn er ist der, der den Nöten begegnet.

Lukas 14,11, gleich nachdem der Heilige Geist gegeben wird, kommt es zum Austreiben von Dämonen: Einmal trieb Jesus einen Dämon aus, der einen Mann stumm gemacht hatte. Als der ihn verlassen hatte, konnte der Mann wieder sprechen.

Hier zeigt uns der Heilige Geist den logischen Zusammenhang.

Somit kommen wir zur 3. Gebetsebene, wo wir Vollmacht erlangen, um mit den bösen Kräften umzugehen. Die 1.Gebetsebene ist das persönliche Gebet. Auf der 2.Gebetsebene begegnen wir den Nöten unserer Nächsten und nur kommen wir auf der 3.Ebene in das Vorfeld des Gebetskampfes. Dabei ist der Heilige Geist vom Anfang bis zum Ende die Person, die mit Kraft den bösen Mächten begegnet.

(8)  Der Finger Gottes

In der dritten Gebetsebene in unserem Gebetsleben lernen wir, uns mit dämonischen Ursachen zu beschäftigen, und vom Anfang bis zum Ende ist es die Person des Heiligen Geistes, die sich mit diesen Kräften befasst.

Wir gehen weiter in Lukas 11,20: Wenn aber ich durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.  Was ist `der Finger Gottes`?  Dieser Ausdruck kommt auch in 2.Mose 8,15 vor, wo es um die Auseinandersetzung zwischen Mose und den Zauberern Ägyptens geht. Mose hörte von Gott, sprach das Wort Gottes in der spezifischen Situation und es geschahen beeindruckende Dinge – doch die Zauberer Ägyptens konnten ähnliches machen. Ab der vierten Plage, wo aus dem Staub wundermäßig Stechmücken entstanden, kam Gott selbst ins Spiel. Nur Gott kann kreative Wunder wirken! Die Zauberer Ägyptens erkannten: Sie kämpfen nicht gegen einen Menschen, der ein Wort des Glaubens hat, sie kämpfen gegen Gott selbst. Darum sagten sie: „Das ist der Finger Gottes.“

Man muss erkennen, dass der Finger Gottes der Heilige Geist ist, der sich sozusagen mit Menschsein umkleidet und selbst in den Ring steigt. Es ist eine höhere Ebene, wenn man das Wort Gottes spricht und gute Ergebnisse sieht. Durch diese Erfolge gerät  man auch auf einen Kollisionskurs, denn die Kräfte des Bösen nehmen das wahr und wollen es verhindern. Sie wollen nicht, dass du damit Erfolg hast. Man muss diesen Weg gehen lernen und zu einem Durchbruch gelangen, denn dann wird man zu einem mächtigen Werkzeug in der Hand Gottes. Er braucht nicht deinen Intellekt, nicht deine Bildung oder sonst etwas, er braucht nur dich. Erkennt man einmal den Platz des Menschen im Plan Gottes, ändert sich unser Verständnis dessen,  was wichtig ist, wie z.B. GEBET.

Wie das Königreich Satans von menschlicher Zusammenarbeit abhängt (Satan braucht Menschen, um sein Reich voranzutreiben), so hängt auch das Reich Gottes von willigen Menschen ab. Während Gott noch nicht seine göttliche Macht einsetzt und Satan vernichtet, ist es für einen Menschen vollkommen rechtmäßig, zu Gott zu beten und Gott zu bitten, dass seine göttliche Macht in und durch einen Menschen freigesetzt werde. Erkennt man das, dann weiß man, dass Gott nicht herumsitzt und sagt: „Ach,  ist es nicht schrecklich, was der Teufel da tut?“ Statt dessen sagt er: „Ich suche einen Menschen, der meinen Willen auf Erden tut.“

Wenn nun Gott z.B. einen Mann oder eine Frau in Graz findet, kann er einen siegreichen Kampf gegen die Kräfte des Bösen in Graz kämpfen. Der Mensch ist ganz wesentlich in diesem Konflikt, weil Gott durch ihn die Kräfte der Finsternis über der Stadt zurückdrängen kann, weil der Mensch sich Gott zur Verfügung stellt, wie der Mensch Christus Jesus es tat. Was wir im Herrn Jesus sehen, ist das vollkommene Beispiel eines Menschen, der völlig Gott hingegeben war. Was von seinem Leben auf Erden  hervorkam, war die Kraft Gottes, freigesetzt durch sein williges Menschsein. Darum ist Jesus auch unser Vorbild.

(9)  Ihr alle seid Söhne Gottes

Als der Heilige Geist in Mose einen Menschen fand, der Gottes Wort glaubte, hatte er ein menschliches Gefäß, das zum `Finger Gottes` werden und durch das der Geist Gottes böse Geister austreiben konnte. Kein Mensch schafft das, nur der Geist Gottes. Die Zauberer in Ägypten gaben auf, als der `Finger Gottes` handelte. Kein Dämon legte sich mit Jesus an, weil sie alle wussten, dass er zum `Finger Gottes` geworden war. Auch wir können zum Finger Gottes werden. Die Person Jesu Christi ist unser Vorbild, weil er Gott völlig hingegeben war. Als er im Jordan getauft wurde, sprach der Vater vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Freude habe (Lukas 3,22). Und uns wird gesagt, dass Jesus 30 Jahre alt war.

In der Kultur jener Tage bestimmte der Vater den Erben unter seinen Kindern. Im Griechischen wird diese Person huios genannt und ist meist als Sohn übersetzt. Dieses besondere Wort für eine Kind-Eltern-Beziehung bedeutet ein erwachsener Sohn, der jetzt die ganze Vaterähnlichkeit besitzt. Deshalb sagte Jesus auch: „Wer mich sieht, der sieht den Vater. Ich und der Vater sind eins.“ Weiters wurde man in jener Kultur mit 30 als erwachsen angesehen und konnte volle Verantwortlichkeit in der Gemeinschaft übernehmen. Schlussendlich konnte man mit 30 sein Erbe vom Vater beanspruchen und musste nicht bis zum Tod desselben warten.

Mit 30 war Jesus der vollkommene Sohn (huios). In seiner Gottheit war er immer schon der Sohn Gottes und dennoch geschah jetzt etwas völlig Neues am Jordan: ein Mensch wendet sich an seinen Vater. Er hat seine Volljährigkeit/Sohnschaft als Mensch erlangt und sagt: “Vater, ich möchte jetzt Zugang zu all deinen Reichtümern haben und sie auf Erden bringen, um die Werke der Finsternis zu zerstören.”

Das ist ein Schrecken für den Teufel, weil er einem Menschen gegenübersteht, der das Recht auf Sohnschaft hat, was dem Ende seines Königreiches gleichkommt. Sofort sagt Satan: „Einen Augenblick, ich erhebe Einspruch.“ Und was tut der himmlische Vater? Weil er der gerechte Gott ist, lässt er es zu, dass Jesus durch den Geist in die Wüste geführt wird und dort seinen Rechtsanspruch durchkämpfen muss. So kämpft Jesus seinen Rechtskampf und der Teufel sagt: „Wenn du der Sohn Gottes bist (in Menschengestalt), dann tue dies und das.“ Jesus antwortete ihm mit einem Wort Gottes: „Es steht geschrieben, es steht geschrieben, ...“ und richtete dadurch die Rechtmäßigkeit seiner und unserer Sohnschaft auf. Er ermöglichte uns allen, dass wir als Menschen rechtmäßig Söhne des lebendigen Gottes sein können, wenn wir dem Vater gehorsam sind und uns Gott hingeben. Darum steht auch in Galater 3,26: Denn durch den Glauben an Jesus Christus seid ihr nun alle zu Söhnen (Sohn = huios) Gottes geworden.

Mit diesen Worten wird gesagt: Erkennt doch, dass ihr genauso das Recht habt, als Sohn Gottes auf Erden zu leben, wie Jesus es hatte. Man kann den Vater bitten, wie Jesus es tat, und wie er kann man die Kraft Gottes gegen den Teufel einsetzen. Dann wird man ein Schrecken für den Teufel und er wird sagen: „Ich erhebe Einspruch!“ Sodann müssen auch wir den Rechtskampf gewinnen, um unsere Sohnschaft zu beanspruchen. Dazu muss man das Wort Gottes kennen.

(10)  -  Vorbereitung für den Rechtsstreit vor Gott

Vergessen wir nicht, was die Dämonen sagten, als die sieben Söhne Skevas versuchten sie auszutreiben: „Jesus und Paulus kennen wir, ...“ Beide Namen waren für sie gleich schrecklich, weil beide Söhne Gottes waren. Jesus war der rechtmäßige Sohn  durch seine Herkunft, Paulus war es durch Gnade. Und auch wir sind Söhne Gottes durch Gnade, wie Jesus Sohn Gottes durch seine Herkunft war.

„Jesus kennen wir, Paulus kennen wir, aber wer seid ihr?“ Werden wir sagen: „Na gut, dann bin ich auch ein Sohn“? Tun wir das, dann kommen wir auf die Sonderliste und die gewöhnlichen Dämonen werden an die Fürsten und Gewalten berichten. Das soll uns nicht beunruhigen, aber wir sollen damit umzugehen wissen.

Auf Gebetsebene 4 und 5 verlassen wir den Bereich, wo wir Menschen von Dämonen befreien und beginnen uns mit Fürsten und Gewalten zu befassen, die über diesem Zeitalter herrschen. Epheser 6,12 sagt: Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.

Sicherlich hat der Teufel seine unrechtmäßige Herrschaft über die Erde in Machtbereiche für die verschiedensten Dämonen eingeteilt. Wer sehen das im Buch Daniel, im Kapitel 10, wo Daniel darum betet, dass sich das Wort Gottes erfüllt. Dabei kommen ein Fürst über Griechenland und Persien vor, zwei dämonische Mächte, die Daniels Gebet widerstehen.

Es ist eine Sache, Dämonen auszutreiben, aber es ist eine andere Sache, Fürsten und Gewalten zu stürzen und die Herrschaft über Graz zu ändern. Verändert man die Herrschaft über einer Stadt oder einer Region, dann beginnt Gott auf Erden zu wirken und tausende und abertausende Menschen werden errettet. Das ist unser eigentliches Ziel.

Auf der vierten Gebetsebene lernen wir den Rechtsstreit für uns zu entscheiden. Es ist ein großer Fehler, wenn Christen gegen diese starken Mächte in den Krieg ziehen, bevor sie den Rechtsstreit für sich entschieden haben. Zuerst müssen wir den Rechtsstreit gewinnen und dann den militärischen Kampf gewinnen.

In Lukas 18,1 erzählt Jesus ein Gleichnis und beginnt damit, man solle allezeit beten und nicht ermatten. Es mag manchmal nicht leicht gewesen sein, für einen Freund etwas zu erbitten (Gebetsebene 2), aber wenn es um den Teufel geht, dann ist das viel schwieriger. Wenn man nicht in der freundlichen Atmosphäre im Gebet für einen Freund durchhält, dann wird man es beim Rechtsstreit um die Verheißungen Gottes schon gar nicht schaffen. Aus diesem Grund trainierte dich Gott auf den früheren Gebetsebenen. Er ist nicht lieblos, sondern wollte deine geistlichen Muskeln für den vor dir liegenden Kampf trainieren, denn der Teufel ist nicht nett zu uns. Er ist ein unerbittlicher, hartnäckiger Feind und wird nur der Kraft und Macht des Wortes Gottes nachgeben. Wir beschäftigen uns hier mit Fürsten und Herrschern, die sich mit allen Mitteln an der Macht halten, bis ein Mensch kommt und sie stürzt.  Nur ein Mensch hat das Recht das zu tun. Engel können das nicht, denn es wäre nicht rechtmäßig. Sie warten darauf, in den Kampf einzutreten, aber es ist der Mensch, der für sie den Weg bereiten muss, damit sie am Kampf teilhaben können. Wenn man in den Kampf zieht, bevor der Rechtsstreit durchgefochten ist, dann kämpft man alleine. Zieht man in den Kampf, nachdem der Rechtsstreit gewonnen ist, dann kommen Scharen von Engeln um zu helfen, und das ist ein ganz anderer Kampf.

(11)  -  Vom Rechtsstreit zur rechtlichen Durchsetzung

Gebetsebene 4 und 5 sind sehr eng miteinander verbunden. Wenn man betet: „Gott, wirke in Graz“, dann wird man nicht die Antwort bekommen, die man sich erwartet. Es werden nämlich die besten Rechtsanwälte der Hölle kommen und ihren Einspruch erheben: „Wir widerstehen der Bitte dieses Menschen und wir verlangen von Gott dem gerechten Richter, dass er dem nicht nachkommt.“ Der Teufel ist ein gerissener Anwalt. Gott in seiner Gerechtigkeit gibt den Einsprüchen Raum und wird den Rechtsspruch erst dann fällen, wenn er alle Einsprüche des Teufels gehört und nachgeprüft hat, ob sie berechtigt sind. Das entspricht Gottes gerechtem Wesen.

Einmal erzählte Jesus von der Witwe und dem Richter. In der damaligen jüdischen Gesellschaft hatte eine Witwe eine schlechte gesellschaftliche Stellung. Keiner hörte wirklich auf sie. Auch in der Geschichte der Kirche waren es immer wieder Menschen von geringem Ansehen, die für Nationen und Städte eintraten und Herrscher und Gewalten durch ihre Gebete zu Fall brachten. Mit anderen Worten sagt Jesus hier: Wenn der schwächste Gläubige seinen Fall vor Gericht bringt und bis zum Ende durchficht, wird er schließlich siegreich sein. Immer wieder stieß sie bei ihm auf taube Ohren, aber schließlich verlor er die Geduld. „Mir sind zwar Gott und die Menschen gleichgültig, aber dise Frau mach mich noch verrückt“, sagte er sich. „Wenn sie nicht ihr Recht bekommt, wird sie am Ende noch handgreiflich.“ Lukas 18,4-5

Der Ruf ist: „Verhilf mir doch endlich zu meinem Recht!“ Als Jesus am Kreuz starb, kam da nicht das Gericht über Satan? Als Jesus seinen Jüngern auftrug in alle Welt zu gehen und das Evangelium zu verkündigen, sagte er nicht da zu ihnen: „Alle Gewalt und Macht im Himmel und auf Erden ist mir gegeben“? Meinst du er übertrieb da? Also wieviel Macht hat Satan? Keine!

Wir müssen wie David sagen: „Wer ist dieser unbeschnittene Philister, dass er die Heerscharen des lebendigen Gottes verhöhnt?“ Und Gott antwortete: „Das ist ein Mann nach meinem Herzen. Solche Menschen habe ich gesucht, denn ihnen kann ich Vollmacht geben.“ Höre mit negativem und ängstlichem  Reden auf. Unser Gott wird einen großen Sieg haben und niemand wird ihn aufhalten können. Wir wollen entrüstet vor Gott sagen: „Verhilf mir doch endlich zu meinem Recht. Wenn Jesus auferstanden, in den Himmel aufgefahren ist und den Teufel besiegt hat, dann bestätige das hier auf Erden! Verhilf mir zu meinem Recht.“

Wofür soll ein Gesetz gut sein, wenn es nicht in der Praxis durchgesetzt wird? Im Himmel ist es schon geschehen, aber wir müssen vor den himmlischen Gerichtshof treten und einfordern, was im himmlischen Bereich beschlossen ist. Und es muss ein Mensch sein, der das tut, denn niemand sonst kann dem Herrscher über Graz oder Satan selbst gegenübertreten. Stehst du vor dem himmlischen Gericht, dann musst du dich völlig auf das Wort Gottes berufen können, auf Vers, Zeile und Wort, mit der entschlosse-nen  Haltung: „Ich weiche nicht, bis dass mir Recht zugesprochen wird.“

Gibst du mitten im Gerichtsverfahren auf, dann geht der Rechtsgegner als Sieger davon. Christen beginnen oft im Gebet für etwas einzutreten, aber so wenige halten durch bis zum Ende.

Wir sollen allezeit beten, nicht aufgeben, nicht schwach werden und jedes Gebet muss auf dem Wort der Verheißung  beruhen. Haben wir den Rechtsstreit gewonnen, wird Gott, der schon die ganze Zeit hindurch uns helfen wollte, die gesetzliche Möglichkeit haben, uns mit Legionen von Engeln im Kampf beizustehen.  Dann wird bald eine Entscheidung bezüglich der dämonischen Herrschaft über Graz kommen.

(12)  Beispiel für den Rechtsstreit

Wir sehen uns den Herrn Jesus an und die so wichige Dimension seines Gebetslebens. Ein Teil davon war, wie er auf Erden auf rechtmäßige Weise zum Sohn Gottes mit Vollmacht wurde (Lukas 4,1-4). Als Jesus in die Wüste ging und dort den Rechtsstreit mit dem Teufel führte, erlangte er das Recht in seinem Menschsein völlig als Sohn Gottes auf Erden zu wirken, Zugang zu haben zu all den Reichtümern seines Vaters, sie in Besitz zu nehmen und sie gegen denTeufel jederzeit zu verweden.

Wenn du das möchtest, dann musst du deinen eigenen, persönlichen Rechtssteit führen (siehe Gebets brief Nummer 9). Du musst kämpfen und gewinnen und dabei wird dir der Teufel widerstehen; „Du bist ein Sohn Gottes? Das ist zum Lachen!“ Und du wirst sagen; „Gemäß dem Wort Gottes bin ich es!“

Ein anderes Beispiel ist, wie Jesus im Garten von Gethsemane die Auferstehung erlangte, bevor er noch ans Kreuz ging. Dort wurde er zum letzten Adam und alle Sünden von Adams Geschlecht, alles Böse Handeln und die böse adamische Natur würde nun ihm als Mensch am Kreuz auerferlegt werden. Er würde zum Abfallkübel des gesamen Geschlechts Adams werden. Als dann Jesus starb, war er millionenmal mehr mit Sünden beladen, als irgendein anderer Mensch es je war. Es war nicht seine Sünde, sondern die Sünden der Menschen . Somit hatte der Tod millionenfach mehr Anrechte auf ihn, als auf irgendeinen anderen Menschen, weil all die Sünden und die Sündennatur der Menschheit auf ihm lagen. Als er im Garten Gethsemane im Gebet rang, war es nicht so sehr wegen des physichen Leidens, sondern weil er zur Sünde würde und die Sünden der Welt auf sich nahm. Die gesamte Bosheit, das Verwerfliche und Abscheuliche der Menschheit wurde ihm in Form eines Bechers zum Trinken dargereicht, und er nahm das an und starb damit. Aber bevor er ans Kreuz ging, in diesem Gebetskampf im Garten Gethsemane, erlangt er seine Auferstehung und das war ein Kampf des Glaubens.

Hebräer 5,7-8 sagt über Jesus: Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargeberacht, der in aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden.

Die Bibel sagt, er wurde erhört um seiner Gottesfurcht willen. Als dann Jesus ans Kreuz ging, hatte er bereits den Rechtstitel für seine Auferstehung in der Tasche: `Glaube` in Hebräer 11,1 steht für `feste Zuversicht`, was im griechischen Urtext einem `Rechtstitel` gleichkommt, einem Dokument, das einem unwiderlegbar den Besitz für ein Stück Land zuspricht. Bei uns wäre das eine Grundbucheintragung. Wenn man diese Grundbucheintragung hat, dann weiß man, dass einem das Land gehört, selbst wenn man es noch nicht gesehen hat. Durch seine Rechstsstreit im Gebet und im Glauben erlangte Jesus im Garten Gethsemane seinen Sieg – seine Aufersehtung.

(13)  -  Beispiele für den rechtlichen Sieg

Wir begannen diese Serie im 11. Kapitel im Lukas Evangelium, wo Jesus sagte: „Ich werde euch nicht  beten lehren, wie Johannes der Täufer es tat. Ich werde euch eine völlig andere Dimension zeigen.“  Und als sie das später verstanden hatten, würden sie wie Jesus am Kreuz den Durchbruch erleben, weil er dort die Welt durch sein Gebet gewann. Die Nationen gewann er durch sein Gebet, so groß war die Kraft, die durch seine Fürbitte am Kreuz freigesetzt wurde. Und wo wir sind, sollen wir dieselbe Art des Gebets  beten, den Durchbruch erleben und die Städte und Regionen für Gott einnehmen, weil Jesus den Sieg am Kreuz durch sein Gebet errungen hat.

Ein gutes Beispiel dafür ist der betende Missionar Hyde, ein Amerikaner, der im 19. Jahrhundert nach Indien in den Staat Punjab ging. Er wurde beinahe wieder nach Hause gesandt, weil er wegen seiner Hörschwäche den Anforderungen des Missionsdienstes nicht entsprach. Er konnte die örtliche Sprache -    Punjabi – nicht erlernen. Aber er schaffte es zu bleiben und tat das, was er gut konnte, er betete und betete und lernte immer wirkungsvoller zu beten. Langsam gelang es ihm, einen Inder pro Tag zum Herrn zu führen. Dann wurden es zwei und nach einiger Zeit vier pro Tag. Sein Gebet wurde immer  machtvoller in seinem Einfluss auf den Staat Punjab. Und das war in einer Zeit der Unruhen mit den Sikhs.

Die Statistik, welche in Indien alle zehn Jahre herauskommt, zeigt 1981auch die religiöse Zugehörigkeit der Inder in allen Teilstaaten auf. Die Zahl der angegebenen Christen – die meisten Inder wissen überhaupt nichts über Christen und kennen den Herrn überhaupt nicht – in den verschiedenen Staaten betrug höchstens zwischen 0,01% – 0,02%. Aber im Staat Punjab betrug sie 7%!  Warum sollte sie in Punjab 7% betragen und in allen übrigen Staaten nur 0,01% - 0,02%?

Der Grund dafür liegt in dem betenden Missionar Hyde. Er starb im Alter von 39 Jahren, aber die Gebete dieses Mannes haben bis heute die statistischen Ergebnisse Indiens beeinflusst und es gibt heute im Staat Punjab um das Vielfache mehr Christen, als in jedem anderen Staat. Ein Mann lernte beten, wusste zu beten und errang so den Durchbruch für eine ganze Region.

(14)  -  Dem erfolgreichen Rechtsstreit folgt der militärische Kampf

Das Gebet der Gläubigen ist wesentlich für den Durchbruch. Haben wir den Rechtsstreit gewonnen (siehe Nummer 11– 13), müssen wir den militärischen Kampf  ausfechten. Oft überlappen sich Rechtsstreit und militärischer Kampf. Für den Letzteren brauchen wir jetzt viele Menschen und vor allem Gebetsleiter, die diese Beter im Gebet leiten. Die Armee bewegt sich dann im Gehorsam diesen Gebetsleitern gegenüber, denen der Plan Gottes gezeigt wurde. Sie gehen ganz bestimmte strategische Ziele an und das führt zur völligen Eroberung des vom Feind besetzten Bereichs. Diese Art von Gebet zu leiten bedarf mehr Vorbereitung, als eine Predigt. Wir brauchen die Schlachtpläne vom himmlischen Befehlshaber, damit die betende Armee gezielt vorgehen kann.

Wir brauchen also Gebetsleiter und das Beten mit Lobpreis und Anbetung, wie in 2.Chronik 20 bei König Jehosaphat oder in Josua 6, als Josua nach Jericho kam. Wir drängen so lange vor, bis der Bereich eingenommen ist. Das geschieht mit Rammbock-Gebeten. Gebetswelle um Gebetswelle kommt und es scheint nichts zu geschehen, aber es kommt der Punkt, wo die Mauer bricht. Bei diesen Rammbock-Gebeten braucht man eine Ausdauer, die man vom Heiligen Geist lernen muss. Haltet nicht inne beim ersten Erfolg. Drängt weiter nach vorn, selbst wenn der Feind auf der Flucht ist. Gerade dann gebt nicht auf. Erinnert euch, wie Elisa König Joasch gebot, mit den Pfeilen auf den Boden zu schlagen und dieser tat es nur drei mal. Jeder Schlag bedeutete einen Sieg über seine Feinde. Hätte er viel öfter auf den Boden geschlagen, hätte er den völligen Sieg über die Assyrer erringen können.

In Lukas 11,22 sagt Jesus: Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung weg, auf die er vertraute, und seine Beute verteilt er. Uns wird gesagt, dass der Starke eine Waffenrüstung trägt und es bedarf eines Handelns, um ihm diese wegzunehmen.

Greife den Feind an, sage ihm, wer Jesus ist, was er am Kreuz getan hat und verkünde den Mächten die Herrschaft Gottes. Ziehe die Waffenrüstung Gottes an (Epheser 6), damit du geschützt bist.

Entwaffne den Feind, indem du jeden Anlass zur Sünde vermeidest, besonders die Sünde des Ungehorsams betreffend. Dann nimm dem Feind die Waffen der Furcht, des  Zweifels, der Enttäuschung (wir können niemals etwas ändern), der Uneinigkeit, des Unglaubens und der Gleichgültigkeit weg.

2.Korinther 10,4-6  Denn obwohl wir im Fleisch wandlen, kämpfen wir nicht nach dem Fleisch; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir Vernünfteleien und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi und sind bereit, allen Ungehorsam zu strafen, wenn euer Gehorsam erfüllt sein wird.

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